Die Support-Lüge

Ich lese des öfteren, wie lange Microsoft seine Betriebssysteme mit Sicherheits-Updates versorgt. Und unweigerlich kommt danach der Seitenhieb: Apple macht das nicht. Hat Apple auch nicht nötig und hier ist, warum.

Untote Software

Microsofts Problem ist, daß seine User Uralt-Versionen der Systeme tatsächlich noch benutzen. So verwendet jeder vierte Microsoft-Kunde Anfang 2015 noch Windows XP. Und weit mehr als die Hälfte vergnügt sich mit Windows 7.

Wie sieht es bei Apple aus? Bei iOS verwenden immer über 95% aller User eines der letzten beiden Systeme. Ein Jahr nach Einführung sind in der Regel so gut wie alle User auf dem aktuellen System. Beim Mac decken normalwerweise die in den letzten vier Jahren eingeführten Systeme fast die ganze installierte Basis ab.

Dauer allein ist irrelvant

Jede Firma sollte die Systeme unterstützen, die von den größten Teilen der User noch verwendet wird. Wenn bei Apple niemand eine zehn Jahre alte Version von OS X verwendet, besteht kein Grund, die Version im Support zu haben oder mit Sicherheits-Fixes zu versorgen.

Wenn bei Microsoft nach zehn Jahren immer noch mehr als die Hälfte der User auf XP arbeiteten, dann bleibt Microsoft gar nichts anderes übrig: Sie müssen es supporten. Apple unterstützt auch alle Systeme, die noch prozentual relevant viele User haben.

Sehr schlau: Update für lau

Ein möglicher Grund, warum Apple neue System-Versionen für iOS und OS X kostenlos verteilt, ist sicher, daß man damit die installierte Basis maximal schnell aktualisieren kann. Aber auch, als die Systeme für den Mac noch Geld gekostet haben, wurde von den meisten Usern zügig die neuere Version aufgespielt.

Microsoft verlangt hingegen richtig viel Geld für neue System-Versionen. Und viele User sehen die neueren Windows-Releases eher als eine Zumutung an, was die GUI angeht. Hinzu kommt, daß neue Windows-Versionen oft nicht auf alter Hardware vernünftig laufen. Ich habe hier einen iMac von 2007 auf dem Yosemite von 2014/2015 läuft. Auf der anderen Seite unterstützen neue Versionen von Windows zum Beispiel Netbooks wegen ihrer kleinen Displays nicht mehr vollständig. So kommt es, daß die Kunden von Apple eher aktuelle Software einsetzen als die Kunden von Microsoft.

Kein Bedarf, kein Update

Wenn also ein Windows-User herumposaunt, er bekäme für seine 15 Jahre alte Software noch Updates, dann sollte man ihn bedauern, denn offenbar war seit 15 Jahren nichts passendes mehr für ihn dabei. Apple-User nutzen viel mehr neue Software und haben daher keinerlei Bedarf an der Pflege irgendwelcher antiker Versionen, die niemand mehr gestartet hat seit Jahren.

Nutzen 25% aller Mac-User noch ein System von 2001 so wie es Windows XP geht? Das wären also OS X 10.0 und 10.1. Keiner? Dachte ich mir. Ihr bekommt dafür auch kein Update. Interessiert ja auch niemanden.

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Latest Update: 11. September 2015 at 19:48h (german time)
Link: macmark.de/blog/osx_blog_2015-01-c.php
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